Getränkekarton sammeln

Getränkekartons sind für Recycling so wichtig wie PET-Flaschen

Getränkekartons sind praktisch und beliebt. Deren Recycling bringt gleich drei Wertstoffe zurück in den Kreislauf: Karton, Aluminium und Plastik. Gerade für den Sekundärrohstoff Karton gibt es in der Kartonindustrie eine grosse Nachfrage. Und auch hier gilt: je mehr gesammelt wird, umso mehr lohnt sich die Wiederaufbereitung.

Getränkekartons sind für Recycling so wichtig wie PET-Flaschen – entsorgBar

Umgangssprachlich werden sie Tetrapack genannt. Erfunden wurde die Getränkeverpackung aus Karton von der Firma Tetra Pack, ein international tätiger Schweizer Hersteller von Getränkekartons mit schwedischen Wurzeln. Tetrapack wurde zum Gattungsbegriff für Getränkekartons. Pro Jahr werden in der Schweiz rund 700 Millionen Getränkekartons verkauft.

Getränkekartons sind aus einem sogenannten Verbundstoff hergestellt. Und was der Mensch verbunden, muss irgendwann getrennt werden. Spätestens beim Recycling des Wertstoffs. Aber weshalb sich die Mühe machen und die Verpackung nicht einfach in den Abfall werfen? Weil es eben ein Wertstoff ist!

Mehrschichtige Getränkekartons – gleich drei Wertstoffe

Oder genauer gesagt, mehrere Wertstoffe. Getränkekartons bestehen zu 75 Prozent aus Karton, zu 20 Prozent aus Aluminium und zu 5 Prozent aus Polyethylen – also Plastik. Das müssen sie auch, denn nur so ist die Haltbarkeit des Getränks und die Festigkeit des Kartons gegeben. Fürs Recycling heisst das, dass aus den Getränkeverpackungen gleich drei Wertstoffe dem Kreislaufsystem zugeführt werden können.

Recycling vermindert den Verbrauch endlicher Ressourcen

Karton ist die dritthäufigste Verpackungsart für Getränke nach Glas und PET – pro Jahr werden in der Schweiz rund 700 Millionen Getränkekartons verbraucht. Ganz schön viel.

Recycling schont Ressourcen, und der CO₂-Ausstoss wird vermindert. Aus ökologischer Sicht lohnt sich deshalb das Recycling von Getränkekartons. Gegenüber der vollständigen Entsorgung in einer Kehrrichtverbrennungsanlage (KVA) beträgt die Reduktion der Umweltbelastung bei einer Sammelquote von 75 Prozent zwischen 27 Prozent für das Kartonrecycling in KVA und rund 38 Prozent für das Kartonrecycling im Zementwerk. (Quelle: Die Zukunft des Getränkekarton-Recyclings, August 2016, Carbotech AG / Autoren: Dr. Fredy Dinkel, Thomas Kägi).

Auf seiner Website schreib der Verein Getränkekarton-Recycling Schweiz: «Es mutet seltsam an, wenn sich die grossen Diskussionen im Schweizer Recyclingmarkt darum drehen, ob ein Recycling sinnvoll sei oder nicht. Sie beruhen auf der Annahme, dass der Normalfall darin besteht, dass etwas nicht recycelt wird. Wir regen dazu an, dies zu ändern. Lassen Sie uns vielmehr daran arbeiten, dass alles recycelt wird. Das führt nämlich zur Frage, warum etwas nicht recycelt wird. Nur so kommen wir einer umgreifenden Kreislaufwirtschaft entscheidend näher, davon sind wir überzeugt.»

Recycling von Getränkekartons – wie funktioniert das?

Es gibt verschiedene Verfahren, um Getränkekartons in ihre Bestandteile zu zerlegen. Das einfachste ist das Waschverfahren. Als erstes werden die Kartons zerkleinert. Dann kommen sie in Waschtrommeln. In den Trommeln werden die Kartonfasern in mehreren Schritten vom Aluminium und dem Kunststoff gelöst. Der daraus gewonnene Faserbrei wird in der Kartonindustrie für die Herstellung von Verpackungen und Hygienepapieren verwendet.

Die Papierfasern der Getränkekartons sind in der Kartonindustrie ein begehrter Sekundärrohstoff. Sie können sechs bis sieben Mal eingesetzt werden. Durch das Recycling kann in der Schweiz jährlich so viel Holz eingespart werden, wie auf 11 000 Fussballfeldern nachwachsen würde.

Und was gehört denn jetzt ins Recycling für Tetrapack?

Wie der Name schon sagt: Ins Recycling für Getränkekartons gehören leere Getränkekartons von Milch, Rahm, Fruchtsäften, Eistee, Suppen und Saucen. Mehr dazu unter Wertstoffe. Abgeben kannst du die gesammelten Getränkekartons in jeder entsorgBar-Sammelstelle.

Anregungen für ein Recycling der anderen Art: www.familienleben.ch