Hierarchie gibt’s nicht nur im Büro: Die Abfallhierarchie definiert den sinnvollen Umgang mit Wertstoffen.

Abfall ist nicht gleich Abfall – Wertstoffe haben unterschiedliche Verwertungsmöglichkeiten

Unser aller Ziel sollte es sein, möglichst wenig Abfall zu produzieren. Abfallfrei zu leben ist jedoch kaum möglich. Um trotzdem einen möglichst ökologischen Umgang mit den Ressourcen zu ermöglichen, kommt die Abfallhierarchie ins Spiel. Den die Abfallhierarchie definiert, was mit Abfall geschehen sollte.

Abfall ist nicht gleich Abfall – Wertstoffe haben unterschiedliche Verwertungsmöglichkeiten – entsorgBar

Die Möglichkeiten, die sich für die Verwertung von Abfall ergeben, hängt von seiner Beschaffenheit ab. Ein internationaler Konsens besagt, dass Abfall am besten vermieden werden soll. Wenn dies nicht möglich ist, soll er nach Möglichkeit wiederverwendet werden. Falls nicht möglich, sollte er rezykliert werden, etc. Daraus hat sich eine Abfallhierarchie etabliert, die folgende Prioritäten festlegt:

  1. Vermeidung
  2. Wiederverwendung
  3. Recycling (stofflich)
  4. Verwertung (energetisch, thermisch)
  5. Deponierung

Seit dem Jahr 2000 wird in der Schweiz kein Abfall mehr auf Deponien entsorgt. Abfall wird entweder rezykliert oder in einer Kehrrichtverbrennanlage (KVA) verbrannt. Die dabei entstehende Wärme wird zur Energiegewinnung genutzt, womit auch Abfall einen gewissen Nutzen erhält. Trotzdem muss es ein Ziel sein, so wenig Abfall wie möglich zu verbrennen und möglichst viele Wertstoffe in der Kreislaufwirtschaft zu erhalten.

Gebunden ist die Abfallhierarchie an technische Möglichkeiten und ökologische Effektivität. Nur, wenn ein Stoff mit verhältnismässigem Aufwand rezykliert werden kann, macht dessen Wiederverwertung auch Sinn. Ausserdem muss eine langfristig gesicherte Nachfrage durch den Sekundärrohstoffmarkt gegeben sein, damit Recycling Sinn macht. Nur wenn mit dem Einsatz der aufbereiteten Wertstoffe Rohstoffe gespart werden können, ist die Ökobilanz positiv.

Die Separatsammlung durch die Konsumenten, wie es bei PET-Getränkeflaschen und Glas schon seit langem gemacht wird, ist ein wichtiger Schritt, um die Reinheit und somit die Verwertbarkeit der Fraktionen zu erhalten. Es macht deshalb Sinn, weiter Fraktionen wie Kunststoff der Kreislaufwirtschaft zuzuführen. Und natürlich braucht es jeden Einzelnen, der mitmacht: Nur wenn eine gewisse Menge an Fraktionen gesammelt werden kann, lohnt sich auch deren Aufbereitung.